Mein Jahresrückblick 2016

von stanleyhitchcock

2016, viele Idole gestoben, viele Blockbuster dramaturgisch baden gegangen, viele überraschend starke deutsche Filme. Hier also meine kleine, feine und höchst subjektive Liste meiner Lieblingsfilme 2016.

Und nein, ich bin kein Kulturpessismist, der Blockbuster verachtet, aber dieses Jahr erschien mir die kleinen Filme irgendwie stärker im Gesamtpaket (Faszinierende Geschichten, die interessante Charaktere, Themen abbilden und für sich stehen können), weswegen kein Film größeren Budgets es in die Topauswahl geschafft hat. „Doctor Strange“ und „The Jungle book“ haben mir großen Spaß bereitet.

Wie jedes Jahr (Die letzten Jahre war es Oscar Isacc und Jake Ghyllenhall) gibt es wieder eine Schauspielerin, die 2 Mal in der Liste vorhanden ist: Amy Adams. Was ein Filmjahr für sie, 2 Topfilme und eine große Comicverfilmung. Gebt ihr doch jetzt nach 5 Nominierungen endlich den Oscar. Sie hat es sich verdient.

Die Reihenfolge ist irrelevant.

lieblingsfilme_2016

Arrival“

Dieser Film erschien in der Woche nachdem Wahlsieg von Donald Trump und hätte nicht zu einem besseren Startpunkt landen können. Der Film erzählt viel über Humanismus, Akzeptanz, Verständnis füreinander. Hervorragend differenziert auch die Darstellung von Amy Adams. Denise Villeneuve („Enemy“, „Sicario“,“Prisoners“) ist eine sichere Bank. Ein wichtiger Beitrag in Zeiten, wo wir gefühlt im Internet nur Hass oder Liebe sehen.

„Der Bunker“

Dieser Film hat den Soundtrack des Jahres für mich. Die Kameraarbeit ist virtuos und die Handlung reißt den Zuschauer immer mehr in den Bann. So muss deutsches Kino auch sein und ich bin froh, dass es Nikias Chryssos mit seiner tollen Crew und Schauspielriege gewagt hat. Hut ab!

„Der Nachtmahr“

Ein Film , der fesselt und fasziniert. Der Film tanzt auf vielen Hochzeiten, lässt dabei doch was ganz eigenes entstehen. Was ein simple Coming-Of-Age Geschichte bieten kann, zeigt dieser virtuose Beitrag von AKIZ.  Mutiges deutsches Kino, was ich defintiv mehr sehen möchte.

„Wir sind die Flut“

Ein Film, der das Dilemma der aktuellen Millenials nicht besser charakterisieren könnte und das in einem Hauch von Science-Fiction. Der Film schafft es auch die Nordsee in einem Gewand zu zeigen, wie man die Örtlichkeit noch nie gesehen hat. Packender Soundtrack auch hier wieder.

„Toni Erdmann“

Eine Dramedy, wo man nicht weiss, ob man lachen oder weinen soll. Ein ganz eigener Stil mit einer Prise Loriot. Der Film bricht immer wieder mit Erwartungen, ohne es künstlich heraufzubeschwören. Die moderne Wirtschafts- und Globaliserungskritik ist ebenfalls fantastisch eingebaut.

„Hunt for the Wilderpeople“

Ein charmanter, virtuoser Film, der bewegt, aber auch ungemein unterhält. Es war toll Sam Neill wieder sein Talent voll ausspielen zu sehen. Die Schnittarbeit und visuelle Spielereien heben den Film auf ein großartiges Niveau.

„Mustang“

Ein kultureller und weiblicher Film, der so viel liebevolle und bitterböse Momente aufzeigt. Ein türkischer Beitrag, der wichtig ist für die moderne Frau. Gar nicht so nur in der Türkei, sondern generell in der Welt. Unbedingt anschauen!

„Paterson“

Ein Film wie ein Gedicht, der perfekte Herbstfilm und da für mich Jim Jarmusch immer eine Wunschtüte ist, war ich angenehm überrascht wie mühelos ich den Film mochte. Nicht vergessen, der Hund des Jahres ist im Film.

„The Lobster“

Ein zynisches, skurilles Satiredrama, was über die morderne Suche nach Liebe und dem Sozialverhalten in einer Beziehung erzählt. Colin Farell, Rachel Weisz und Leá Seydoux  brillieren, von der technischen Seite bin ich voll des Lobes. Gerne mehr von Giorgos Lanthimos („Dogtooth“).

„Nocturnal Animals“

Ein Neo Noir Thriller, der höchst spannend die Finger in den Kinosessel pressen lässt. Ein visuelles Spiel mit der Protagonstin, verkörpert von Amy Adams.

„Raum“

Brie Larson ist eine Ausnahmeschauspielerin, zu Recht hat sie den Oscar für diesen erhalten. Der Film schafft die tolle Gradwanderung zwischen einem intensiven Drama, aber auch einiger positiven Note, so dass der Film ambivalent bleibt und nicht nur das schwere Drama ist, sondern viel mehr. Ein Film, der im tiefen Leid, etwas schönes entdeckt: Das Leben. (Allerdings nicht so kitschig, wie der Satz klingt, sondern im gesunden Maße).

„Anomalisa“

Ein Stop-Motionfilm von Charlie Kaufmann über Einzigartigkeit und Verlust. Schön, aufwühlend und wohl eines der ambivalenten Enden des Jahres. Ironsicherweise ist der Film, einer der menschlichsten Filme des Jahres und das mit Stop-Motion Puppen.  Toll!

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