Guardians Of The Galaxy

von stanleyhitchcock

„Guardians Of The Galaxy“ ist ein witziger Hollywoodblockbuster, der immer wieder klassische Konventionen nimmt und diese mit Sprüche oder Aktionen der Helden aufbricht. Da erkennt man sehr stark die Handschrift des Regisseuren und Autoren James Gunn.

Wem James Gunn nichts sagt, hier ein kleiner Abriss über seine Regiekarriere: Mit der Splatterkomödie „Slither“ (Hier der Trailer) feierte er sein Langspielfilmdebüt. Mit einem ironischen, brutalen Satirehelden „Super“ (Hier der Trailer) erlangte James Gunn im Indepentbereich bereits einen gewissen Fanstatus. Durch seine unkonventionellen Drehbücher, recht herben Dialoge und brutalen Gewaltdarstellungen war die Verpflichtung für die recht konventionellen Marvel Filme überraschend.

Was mich absolut begeistert hat, dass es mal wieder ein Film war, der frisches Design bietet und die Raumschiffe, Welten und Charaktere mit sehr viel Liebe konzipiert wurden. Die ganze Welt fühlt sich frisch an und besitzt einen eigenen Charme. Gerne mehr davon, Marvel!

Als alter Hase der 80s hat mir die Songauswahl der 80s Musik sehr gut gefallen und mich teilweise mitgrooven lassen. Allein die Titeleinblendung ist unglaublich unterhaltsam inszeniert.

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Schauspielerisch begeistert haben mich, als „Parks & Recreation“ Fan, Chris Pratt und die Überraschung für mich war Karen Gillan. Sie spielt Nebula, ein blaues Alien mit Glatze, trotz des starken Make-Ups ist ihre Mimik verblüffend charismatisch. Das kann man leider von Lee Pace (Elbenkönig aus der „Hobbit“ Trilogie) nicht sagen, ihn erkennt man nicht wieder und er ist total verschenkt, dabei ist er ein so charismatischer Schauspieler. Sehr schade!

Das Drehbuch von James Gunn schafft es trotz der ironischen Note und spannenden Welt doch gegen Ende einige Gänsehautmomente zu erzeugen, weil die ganze Truppe den Zuschauer so ans Herz gewachsen ist. Besonders erwähnenswert sind hierbei die voll CGI Figuren, der aggressive Waschbär Rocket Racoon und der wortkarge Baumcharakter Groot bringen doch sehr Gefühl und Spaß in die Handlung.

Leider ist der Film trotz aller dieser sehr tollen Punkte, kein Meisterwerk oder sehr guter Blockbuster. Das schreibe ich nicht oft, aber der Film ist zu kurz, 20 Minuten zu kurz. Ich hab mir gewünscht, mehr über die Motivationen der Bösewichte zu erfahren. Diese werden in 2,3 Sätzen erwähnt, jedoch war es so motivationslos abgehandelt, dass diese Bösewichte kaum bis keine Tiefe hatten. Aber auch auf der Seite der „Guardians“ hätte es gut getan, gewisse Meinungen oder die Freundschaft von Groot und Rocket Racoon verständlich zu machen durch Flashbacks oder Subplots, die Zeit war ausreichend vorhanden. Sehr generisch ist auch die sehr einfache Handlung und man wird das Gefühl nicht los, dass Marvel vieles für spätere Filme eingeführt hat.

Insgesamt eine amüsante postmoderne Science-Fiction Sage, vorallem wegen des – immer wieder – überraschenden Humor, der einige Blockbuster Klischees zerstört. Die ganze Welt hat so viele Charme an jeder Ecke wie die Musik der 80s. Leider scheitert der ganz große Wurf am fehlenden Mut den Charaktern ein bisschen Tiefe zu geben und der doch recht generischen Handlung.

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