Filmherz

Kritiken mit Herz und ohne Blabla

Mein Jahresrückblick 2016

2016, viele Idole gestoben, viele Blockbuster dramaturgisch baden gegangen, viele überraschend starke deutsche Filme. Hier also meine kleine, feine und höchst subjektive Liste meiner Lieblingsfilme 2016.

Und nein, ich bin kein Kulturpessismist, der Blockbuster verachtet, aber dieses Jahr erschien mir die kleinen Filme irgendwie stärker im Gesamtpaket (Faszinierende Geschichten, die interessante Charaktere, Themen abbilden und für sich stehen können), weswegen kein Film größeren Budgets es in die Topauswahl geschafft hat. „Doctor Strange“ und „The Jungle book“ haben mir großen Spaß bereitet.

Wie jedes Jahr (Die letzten Jahre war es Oscar Isacc und Jake Ghyllenhall) gibt es wieder eine Schauspielerin, die 2 Mal in der Liste vorhanden ist: Amy Adams. Was ein Filmjahr für sie, 2 Topfilme und eine große Comicverfilmung. Gebt ihr doch jetzt nach 5 Nominierungen endlich den Oscar. Sie hat es sich verdient.

Die Reihenfolge ist irrelevant.

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Arrival“

Dieser Film erschien in der Woche nachdem Wahlsieg von Donald Trump und hätte nicht zu einem besseren Startpunkt landen können. Der Film erzählt viel über Humanismus, Akzeptanz, Verständnis füreinander. Hervorragend differenziert auch die Darstellung von Amy Adams. Denise Villeneuve („Enemy“, „Sicario“,“Prisoners“) ist eine sichere Bank. Ein wichtiger Beitrag in Zeiten, wo wir gefühlt im Internet nur Hass oder Liebe sehen.

„Der Bunker“

Dieser Film hat den Soundtrack des Jahres für mich. Die Kameraarbeit ist virtuos und die Handlung reißt den Zuschauer immer mehr in den Bann. So muss deutsches Kino auch sein und ich bin froh, dass es Nikias Chryssos mit seiner tollen Crew und Schauspielriege gewagt hat. Hut ab!

„Der Nachtmahr“

Ein Film , der fesselt und fasziniert. Der Film tanzt auf vielen Hochzeiten, lässt dabei doch was ganz eigenes entstehen. Was ein simple Coming-Of-Age Geschichte bieten kann, zeigt dieser virtuose Beitrag von AKIZ.  Mutiges deutsches Kino, was ich defintiv mehr sehen möchte.

„Wir sind die Flut“

Ein Film, der das Dilemma der aktuellen Millenials nicht besser charakterisieren könnte und das in einem Hauch von Science-Fiction. Der Film schafft es auch die Nordsee in einem Gewand zu zeigen, wie man die Örtlichkeit noch nie gesehen hat. Packender Soundtrack auch hier wieder.

„Toni Erdmann“

Eine Dramedy, wo man nicht weiss, ob man lachen oder weinen soll. Ein ganz eigener Stil mit einer Prise Loriot. Der Film bricht immer wieder mit Erwartungen, ohne es künstlich heraufzubeschwören. Die moderne Wirtschafts- und Globaliserungskritik ist ebenfalls fantastisch eingebaut.

„Hunt for the Wilderpeople“

Ein charmanter, virtuoser Film, der bewegt, aber auch ungemein unterhält. Es war toll Sam Neill wieder sein Talent voll ausspielen zu sehen. Die Schnittarbeit und visuelle Spielereien heben den Film auf ein großartiges Niveau.

„Mustang“

Ein kultureller und weiblicher Film, der so viel liebevolle und bitterböse Momente aufzeigt. Ein türkischer Beitrag, der wichtig ist für die moderne Frau. Gar nicht so nur in der Türkei, sondern generell in der Welt. Unbedingt anschauen!

„Paterson“

Ein Film wie ein Gedicht, der perfekte Herbstfilm und da für mich Jim Jarmusch immer eine Wunschtüte ist, war ich angenehm überrascht wie mühelos ich den Film mochte. Nicht vergessen, der Hund des Jahres ist im Film.

„The Lobster“

Ein zynisches, skurilles Satiredrama, was über die morderne Suche nach Liebe und dem Sozialverhalten in einer Beziehung erzählt. Colin Farell, Rachel Weisz und Leá Seydoux  brillieren, von der technischen Seite bin ich voll des Lobes. Gerne mehr von Giorgos Lanthimos („Dogtooth“).

„Nocturnal Animals“

Ein Neo Noir Thriller, der höchst spannend die Finger in den Kinosessel pressen lässt. Ein visuelles Spiel mit der Protagonstin, verkörpert von Amy Adams.

„Raum“

Brie Larson ist eine Ausnahmeschauspielerin, zu Recht hat sie den Oscar für diesen erhalten. Der Film schafft die tolle Gradwanderung zwischen einem intensiven Drama, aber auch einiger positiven Note, so dass der Film ambivalent bleibt und nicht nur das schwere Drama ist, sondern viel mehr. Ein Film, der im tiefen Leid, etwas schönes entdeckt: Das Leben. (Allerdings nicht so kitschig, wie der Satz klingt, sondern im gesunden Maße).

„Anomalisa“

Ein Stop-Motionfilm von Charlie Kaufmann über Einzigartigkeit und Verlust. Schön, aufwühlend und wohl eines der ambivalenten Enden des Jahres. Ironsicherweise ist der Film, einer der menschlichsten Filme des Jahres und das mit Stop-Motion Puppen.  Toll!

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Mein Jahresrückblick 2015

Jetzt steht es wieder an, die obligatorische Liste. Da frage ich mich immer: Was hat mich wirklich umgehauen? Was waren die Überraschungen? Ach, das kam auch dieses Jahr?

Dieses Mal mit Serien. Jahresrückblick XXL praktisch.

Ich persönlich mag Jahreslisten von vielen Filmemachern, Kritikern und Podcastern und deswegen schreib ich auch jetzt, höchst subjektiv und längst kein Anspruch auf Vollständigkeit, einen Jahresrückblick. 2015 übrigens nach dem Richtdatum, wann die Filme in Deutschland veröffentlicht wurden.

Was sind eure Lieblingsfilme und Lieblingsserien dieses Jahr gewesen? Schreibt es in die Kommentare, interessiert mich brennend! Auch wenn ich etwas vergessen habe oder unbedingt noch ansehen soll. Her damit.

Außerdem war ich zu Gast beim wundervollen „Second Unit“ Podcast und hab da auch meine Jahreshighlights in die Welt gesprochen (ab 02:14:57): Second Unit Podcast

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Ein kleiner Thriller, der heute eigentlich nicht mehr in Hollywood gedreht wird. Doch selten einen spannenderen Film aus Amerika in der Dekade gesehen.  Das Achtziger Setting, welches so authentisch wirkt, als sei es ein vergessener Film der Achtziger. Das Schauspielergespann aus dem brillanten Oscar Isaac (Jep, Poe Dameron aus Star Wars) und Jessica Chastain („Interstellar“ oder „Der Marsianer“) brillieren und spielen sich gegenseitig an die Wand, dass diese komplett einstürzt. Stark!

Beasts Of No Nation

Ein mitreißendes und atmosphärisches Kriegsdrama, welches von Cary Fukunaga (Genau, der Regisseur von „True Detective“ Season 1) dicht inszeniert wurde. Idris Elba packt in die Rolle so viel rein, dass er die (bisherige) intensivste Leistung seiner Karriere abliefert.

Love 

Der neue Film von Gaspar Noé („Irrevisble“ und „Enter The Void“) zeigt eine Ode an die Liebe mit all ihren Höhen und Tiefen. Die Bildkomposition mit dem Soundtrack ergibt wohl die beste Romanze des Jahres. Ich hätte nie gedacht, dass Gaspar Noé so viel Gefühl und Sensibilität transportieren kann.

Ewige Jugend 

Paolo Sorrentinos Filme („La Grande Belleza“) sind wie Poesie. Und dieser Film ist nicht anders, die Altherren Michael Caine („Interstellar“) & Harvey Keitel („Reservoir Dogs“) sinnieren über das Leben. Sorrentino entführt uns wie einst Thomas Mann zum „Zauberberg“ und lässt uns darüber nachdenken, was Kunst und Privatleben bedeutet und was Zeit zu uns Menschen macht. Eine Spezies, die sich ihrem Tod bewusst ist. Der Film verpackt das ganze mit viel Charme, atemberaubenden Bildern und Musik. Pure Poesie zum Leben.

Alles steht Kopf

Seitdem Pixar von Disney gekauft wurde, hagelte es Fortsetzungen und irgendwie interessiert mich das alles nicht so. Aber mit „Alles steht Kopf“ hat Pixar geliefert und ein gefühlvolles, sentimentales Meisterwerk aus dem Hut gezaubert. Selten hab ich so viel im Kino geweint und meine Jugend wieder gefühlt.

Whiplash

Miles Teller („The Spectacular Now“) und J.K. Simmons („Ladykillers“) liefern sich eine Schlacht des Schauspiels, im Rausch des Schnitts und der Musik. Selten war ich so geplättet nach einem Kinogang und habe den Film so intensiv verfolgt, nein, mitgefiebert. Ein großes Drama, nicht nur für Jazz Fans!

Love & Mercy 

Was eine tolle an Biopic, 2 Zeitebenen zu zeigen und diese mit 2 verschiedenen Schauspieler John Cusack („Being John Malkovich“) und Paul Dano („There will be blood“). Auch hat mir das Biopic einen ganz anderen Blick auf die Musik der Beach Boys geben, wovon ich bis heute noch zehre und die Musik summe. Tolles Ding, was haften bleibt.

Victoria

Die deutschen Filme werden die letzten Jahre immer interessanter. „Victoria“ ist keine Ausnahme, in einem Take (in einem echten und nicht gefakt) gedreht.  Was wie eine Berliner Partynacht anfängt, endet in einem tiefen Rausch, aber nicht wie gedacht. Die Symbiose aus natürlichen Spiel und intensiver Kameraführung bringt den Film in eine andere Sphäre.

Mad Max – Fury Road

Der einzige (Realfilm) Blockbuster in meiner Auflistung und was für einer. Mit viel praktischen Effekten, einer unglaublichen Welt, starke Frauenrollen und ein treibender Score zeigt George Miller jungen Regisseuren wie es mit dem Actionblockbusterkino gehen kann. Ein tolles Actiondenkmal.

Wichtige Nennungen, die mir auch gefallen haben, es aber nicht ganz geschafft haben

Ex Machina

The Gift

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The Affair (Season 1 & 2)

Die Serie, die mit der simplen Prämisse einer Affäre anfängt und daran das Leben der Beteiligten auseinander fällt, klingt soaplastig. Doch durch geschickte Erzählweise der jeweiligen Perspektive vom verheiratenen Mann (Dominic West aus „The Wire“) und Affäre (Ruth Wilson aus „Luther“) und keiner Auflösung, was jetzt die allumfassende Wahrheit ist, wird das Medium Film an neue Grenzen gebracht wird. Der Zuschauer wird gefordert und muss selbst seine Schlüsse ziehen. „The Affair“ wird spielerisch eine der besten Serien der letzten Jahre hervorgezaubert.

Bloodline (Season 1)

Wie ein Mensch vom Guten ins Böse, Kriminelle fällt zeigt „Bloodline“ sehr gut. Der tolle Cast aus dem schwarzen Schaf der Familie Rayburn, Danny (Ben Mendelsohn „The Place Beyond the Pines“) und Sheriff John Rayburn (Kyle Chandler  „The Wolf of Wall Street“) ist stark und die hitzig heiße Atmosphäre in Florida spürt der Zuschauer zu jeder Sekunde.

Master Of None (Season 1)

Die männliche Version von „Girls“ von Aziz Ansari („Parks and Recreation„), eine Komödie über das Leben in einer amerikanischen Großstadt mit vielen multikulturellen Einflüssen als erfolgloser Schauspieler. Großartig witzige Dialoge gepaart mit einigen nachdenklichen Thematiken, z.B. Verhalten zu Eltern im jungen Erwachsenenalter.

True Detective (Season 2)

Der grandiose Cast (Colin Farrell, Amy Adams, Vince Vaughn) samt Stilistik von Nic Pizzolatto über die Darstellung einer korrupten Gruppe in Los Angeles begeistert. Die herrliche Komplexität und Charakterzeichnung überstrahlt die Dramaturgie recht häufig, aber genau das ist die Stärke der Serie und wird leider häufig missverstanden.

Show Me A Hero

David Simon (Macher von „The Wire“) gepaart mit Oscar Isaac (Genau, der wieder!) als Hauptdarsteller beschreibt den mühseligen Weg des jüngsten Bürgermeister des Landes Amerika sieht er sich in eine rassistische Kontroverse verwickelt, nachdem in seiner Stadt Sozialwohnungen innerhalb einer gut situierten Wohngegend gebauten werden sollen. Aktueller könnte der Inhalt nicht sein. Aber Obacht, der Inhalt wird fast als dokuartiges Stück wiedergegeben – das ist mühselig, aber halt ein Prozess, der auch beim Protagonisten einsetzt.

Fargo (Season 2)

Wow, was ein Cast, was für ein spielerischer Schnitt samt Musik. Die Handlung ist wie ein brodelnder Vulkan, der immer wieder austritt. Ein ganz großes Ding dieses Jahr. Season 1 hatte mich nicht so gepackt wie diese grandiose Season. Ein wundervolles Gangsterepos gepaart mit großartiger Atmosphäre und skurrilen Charakteren.

Mr. Robot (Season 1)

Die Überraschung dieses Jahr, die Serie mit Sam Malik, der einen Hacker mimt. Die Stilistik, die eine Mischung aus „American Psycho“ und David Fincher („Gone Girl“) Filmen gemimt mit einer atemberaubenden Kameraarbeit, die einmalig in der Serienlandschaft ist. Wer gedacht hat, Off Stimmen sind ein klassisches und verstaubtes Mittel, sollte sich hier mal die Verjüngungskur davon ansehen. Der Plot begeistert durch überraschende Wendungen und spannende Charakterentwicklungen. Übrigens darf man die Entdeckung Martin Wallström, in der Rolle von Tyrell, nicht zu vergessen. Wenn ihr die Season gesehen habt, dann wisst ihr warum.

 

Mein Jahresrückblick 2014

Ich mag Jahreslisten von vielen Filmemachern, Kritikern und Podcastern und deswegen schreib ich auch jetzt, höchst subjektiv und längst kein Anspruch auf Vollständigkeit, einen Jahresrückblick. 2014 übrigens nach dem Richtdatum, wann die Filme in Deutschland veröffentlicht wurden.

Was sind eure Lieblingsfilme dieses Jahr gewesen? Schreibt es in die Kommentare, interessiert mich brennend! Auch wenn ich etwas vergessen habe oder unbedingt noch ansehen soll. Her damit.

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Hier nun meine Lieblingsfilme von 2014, ohne bestimmter Reihenfolge:

Like Father, Like Son 

Ein wunderschöner Film, der tief unter die Haut geht und eine poetische Bildersprache hat. Ein Plot, der sehr minimal ist, aber die Emotionalität der Protagonisten in den Vordergrund stellt. Die Überraschung des Jahres für mich, weil ich diesen Film nicht auf dem Schirm hatte.

Boyhood 

Ein Filmprojekt, was es in dieser Form noch nicht gab und die Leichtigkeit von Linklater zeigt. Ein Film, der für jede Zuschauergruppe, ob alt oder jung anders wahrgenommen wird. Auf genau diese Weise ist das Filmmedium was besonderes, was eben vielleicht nicht Musik oder Literatur verspüren mag, durch die visuellen und auditiven Änderung in der Zeit. Besonders schön war der subtile Wechsel der Zeit und den Verzicht auf Schrifttafeln.

Enemy

Ein Lynchfilm, denn Lynch nicht kreiert hat. Ein großartiges Werk von Denise Villeneuve, welches viel Raum zur Interpretation bietet und sich die Freiheit nimmt, nicht alles erklären zu müssen. Jake Gyllenhaal liefert eine atemberaubende Leistung ab und die verstörende Musik, Bildsprache und Schnitt tun ihr übriges.

Mommy

Xavier Dolan versteht es einfach auf Worte zu verzichten und das Medium Film voll auszunutzen. Seine Montageformen, Schauspielerführung und Einsatz von Schnitt ist so bemerkenswert, so unfassbar schön. Der Konflikt des unerziehbaren Jungen wird sehr schön emotional transportiert.

Stereo

Ein deutscher Thriller, der kompromisslos und spannend ist, dabei auch eine visuelle auditive Wucht bietet wie selten gesehen. Bitte mehr davon. Braucht sich nicht zu verstecken von der internationalen Konkurrenz.

Gone Girl

Wer mich kennt, weiss um meine David Fincher Leidenschaft und dieser Film war verdammt stark. Ich hatte das Buch nicht gelesen und war von der 2. Hälfte des Filmes sehr überrascht. Letztendlich war ich sehr froh, dass es kein klassisches Whodunit Sujet war, sondern viel weiter ging. Die Kombo Fincher + Reznor + Cronenweth gehen immer. Außerdem hat Rosamunde Pike gezeigt, was sie kann.

Nightcrawler

Ein düsterer Film mit einer meisterhaften Darstellung von Jake Gyllenhaal als psychopathischen Videoreporter. Die Leistung in diesem Film war so intensiv wie selten zuvor. Hier wird die Sensationsgeilheit der Medien auf die Spitze getrieben, aber viel wichtiger noch auch – teils sehr humorvoll – die Kritik an unserer Arbeitswelt. Uns zeigt der Film auf, wie lächerlich häufig keine Bezahlung erfolgt, sondern das Praktikum als Ausrede genommen wird, nicht bezahlt zu werden für den ach so tollen Lebenslauf.

Frank

Ein Indiefilm, der etwas anderen Art. Der Film persifliert die Indepentfilmkultur raffiniert und ist ein Film über Depressionen, aber nicht auf die Holzhammer Art, sondern subtil und einfühlsam. Die Musik ist hier zwar eher nebensächlich, aber was man hört klingt verspielt wunderbar. Domhnall Gleeson entwickelt sich zu einem charmanten Schauspieler, schon in dem wundervollen „Alles eine Frage der Zeit“ zeigt er auf charmante sein Schauspielspektrum.

Lego – Der Film

Wohl der einzige Blockbuster, der mich wirklich zu 100 % überzeugt hat, durch eine hohe Gagdichte, die funktioniert hat, der Film auch die Heldengeschichte mit Herz erzählt und eine tolle Botschaft für jung und alt bietet am Ende des Films. Die Regisseure und Drehbuchautoren Phil Lord & Christoph Miller sind momentan die spannendsten Newcomer Regisseure in Hollywood, weil sie es verstehen, Geschichten mit Herz zu erzählen und dabei einen tollen Metahumor aufziehen.

Citizenfour 

Eine wichtige Doku über Edward Snowden und viel wichtiger noch über die Aufdeckung der Methoden der NSA. Schaut sie euch an, jeder Internetbenutzer sollte sich genau diese anschauen.

Wichtige Nennungen, die mir auch gefallen haben, es aber nicht ganz geschafft haben

Sag nicht, wer du bist!

Alles eine Frage der Zeit

Edge of Tomorrow

Under The Skin

Nymphomaniac

Wolf of Wall Street

Who Am I

Stromberg: Der Film

Guardians Of The Galaxy

„Guardians Of The Galaxy“ ist ein witziger Hollywoodblockbuster, der immer wieder klassische Konventionen nimmt und diese mit Sprüche oder Aktionen der Helden aufbricht. Da erkennt man sehr stark die Handschrift des Regisseuren und Autoren James Gunn.

Wem James Gunn nichts sagt, hier ein kleiner Abriss über seine Regiekarriere: Mit der Splatterkomödie „Slither“ (Hier der Trailer) feierte er sein Langspielfilmdebüt. Mit einem ironischen, brutalen Satirehelden „Super“ (Hier der Trailer) erlangte James Gunn im Indepentbereich bereits einen gewissen Fanstatus. Durch seine unkonventionellen Drehbücher, recht herben Dialoge und brutalen Gewaltdarstellungen war die Verpflichtung für die recht konventionellen Marvel Filme überraschend.

Was mich absolut begeistert hat, dass es mal wieder ein Film war, der frisches Design bietet und die Raumschiffe, Welten und Charaktere mit sehr viel Liebe konzipiert wurden. Die ganze Welt fühlt sich frisch an und besitzt einen eigenen Charme. Gerne mehr davon, Marvel!

Als alter Hase der 80s hat mir die Songauswahl der 80s Musik sehr gut gefallen und mich teilweise mitgrooven lassen. Allein die Titeleinblendung ist unglaublich unterhaltsam inszeniert.

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Schauspielerisch begeistert haben mich, als „Parks & Recreation“ Fan, Chris Pratt und die Überraschung für mich war Karen Gillan. Sie spielt Nebula, ein blaues Alien mit Glatze, trotz des starken Make-Ups ist ihre Mimik verblüffend charismatisch. Das kann man leider von Lee Pace (Elbenkönig aus der „Hobbit“ Trilogie) nicht sagen, ihn erkennt man nicht wieder und er ist total verschenkt, dabei ist er ein so charismatischer Schauspieler. Sehr schade!

Das Drehbuch von James Gunn schafft es trotz der ironischen Note und spannenden Welt doch gegen Ende einige Gänsehautmomente zu erzeugen, weil die ganze Truppe den Zuschauer so ans Herz gewachsen ist. Besonders erwähnenswert sind hierbei die voll CGI Figuren, der aggressive Waschbär Rocket Racoon und der wortkarge Baumcharakter Groot bringen doch sehr Gefühl und Spaß in die Handlung.

Leider ist der Film trotz aller dieser sehr tollen Punkte, kein Meisterwerk oder sehr guter Blockbuster. Das schreibe ich nicht oft, aber der Film ist zu kurz, 20 Minuten zu kurz. Ich hab mir gewünscht, mehr über die Motivationen der Bösewichte zu erfahren. Diese werden in 2,3 Sätzen erwähnt, jedoch war es so motivationslos abgehandelt, dass diese Bösewichte kaum bis keine Tiefe hatten. Aber auch auf der Seite der „Guardians“ hätte es gut getan, gewisse Meinungen oder die Freundschaft von Groot und Rocket Racoon verständlich zu machen durch Flashbacks oder Subplots, die Zeit war ausreichend vorhanden. Sehr generisch ist auch die sehr einfache Handlung und man wird das Gefühl nicht los, dass Marvel vieles für spätere Filme eingeführt hat.

Insgesamt eine amüsante postmoderne Science-Fiction Sage, vorallem wegen des – immer wieder – überraschenden Humor, der einige Blockbuster Klischees zerstört. Die ganze Welt hat so viele Charme an jeder Ecke wie die Musik der 80s. Leider scheitert der ganz große Wurf am fehlenden Mut den Charaktern ein bisschen Tiefe zu geben und der doch recht generischen Handlung.

Robin Hood

„Robin Hood“ erzählt die Geschichte in naher Zukunft einer Dystopie, in der die Deutsche National Bank (DNB) den Menschen ihre Immobilie, also Zuhause, wegnimmt, weil sie diese nicht bezahlen können. Der Vorstandschef der DNB Rainer Van Kampen stürzte Tausende Menschen ins verderben, indem er die Kleinanleger mit überteuerten Immobilien anlockte. Viele Menschen müssen deswegen auf der Straße schlafen und verarmen. Der Protagonist ist der Polizist Alex, er ist Sondermittler gegen die Machenschaften von Rainer Van Kampen.

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Die Schauspielerriege spielt grandios, der Film ist durch und durch ein klassischer Ensemble Film, wo es viele unterschiedliche und interessante Charaktere gibt. Besonders positiv zu erwähnen sind hier Thomas Thieme als DNB Vorstandschef Rainer Van Kampen, er spielt den machthungrigen Vorstandschef äußerst subtil und facettenreich, er ist nicht bloß der eindimensionale Bösewicht, sondern fügt sich dem System. Wer mich ebenfalls begeistert hat, war der Chef der Bande Ron, gespielt von Matthias Koeberlin, er spielt einen gewissenhaften, unterhaltsamen Chef einer Bande. Er hält die verschiedenen Charakter der Band im Gleichgewicht. Meine Lieblingsrolle und Charisma war die Rolle von Vinzenz Kiefer, der den skeptischen Part der Bande sehr schön ambivalent dargestellt hat, ohne zu nerven, was bei seinem Part leicht passieren kann. Hut ab dafür.

Das Drehbuch ist wundervoll, auf der einen Seite gibt es einen emotionalen Kern, der die Motive des Protagonisten klar zeigt und auf der anderen Seite ist der Film spannend, ohne mit der Action zu übertreiben. Die Botschaften und die kritischen Fragen werden von beiden Seiten beantwortet und sind schön facettenreich. Der Humor ist ebenfalls exzellenten ausgearbeitet, besonders die Rolle des Hackers Sergej Ibisuvitsch, gespielt von Stipe Erceg, ist zum Brüllen komisch. Ein rundes Drehbuch, was alles perfekt ansetzt. Vorallem ist die fiktionale Stadt und die Handlungen ein gute Parabel zu Thema der letzten Jahre wie Anonymous, Bankenkrise und die Occupybewegung. Zeitgenössischer kann ein Film nicht mehr sein.

Natürlich ist der Film nicht perfekt, da dieser Film in einer fiktiven Dystopie spielt, nimmt er einige Punkte des Realismus weg und ignoriert einige Dinge aufgrund der Dramaturgie. Doch das ist verschmerzbar, denn der Film baut eine intensive Atmosphäre auf und es fällt kaum bis gar nicht auf.

Ist „Robin Hood“ nun die Hoffnung des neuen deutschen Kinos oder ist es bloß eine hohle Kopie von Werken wie „The Dark Knight“ oder „Inception“?

Ich entziehe mich der Diskussion, weil der Film atmosphärisch und rund ist. Er ist sehenswert. Fakt ist, es spielen deutsche Schauspieler mit und hinter der Kamera sehen wir ebenfalls eine deutsche Crew. Der Film wird nicht in die Geschichte eingehen wie Fritz Lang „Metropolis“, aber er löst eine Diskussion über den Stand des aktuellen Deutschen Kinos aus und das ist nicht unbedingt schlecht. Ich wünsche mir mehr solche spannende Filme aus Deutschland und in Zukunft schau ich auf die nächsten Werke von Regisseur Martin Schreier.

Insgesamt ist „Robin Hood“ ein spannender und atmosphärischer Film, der ein tolles Schauspielensemble besitzt und eine zeitgenössische Geschichte rund erzählt.

Anmerkung: Der Film wird Ende des Jahres auf ProSieben laufen, die Version der Kritik bezieht sich auf die 100 Minuten Fassung, im Fernsehen wird eine 90 Minuten Fassung ausgestrahlt.

Elysium

Dieses Review wird wohl mein kürzestes Review. Warum? Der Film ist so wahnsinnig belanglos.

Das Set- und Sounddesign sind beeindruckend und allein aus dem Grunde lohnt sich der Film für Sci-Fi Fans.  Neil Bloomkamp bekommt es derzeit als einziger Regisseur hin, einigen frischen Input ins Science – Ficton Genre zu liefern, die vorallem aus Computerspielen wie „Halo“ oder „Mass Effect“ inspiriert sind. Außerdem wird hier auch eine Authentizität für die Physik der Raumschiffe und Waffen geschaffen, wie ich es selten in einem teuren Film gesehen habe. Es gibt also Hoffnung für das Science – Fiction Genre, dass dieses Jahr so langweilig und uninspriert einfallslos war wie schon lange nicht mehr vom Setdesign wie „After Earth“, „Oblivion“ und „Star Trek: Into Darkness“.

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Der Film gaukelt einem eine total komplexe Handlung vor, oben in einer Art großen Raumstation leben die reichen Menschen und auf der dreckigen Erde wohnen die armen und kranken Menschen. Anstatt diese zweifelsohne spannende Ausgangssituation weiter zu thematisieren, ist sie lediglich das Setting, mehr nicht.  Da war District 9 subtiler und auch komplexer, das wird wohl dem nahezu 4 -fachen Budget von Elysium geschuldet sein. Denn letztendlich ist es ein reines Blockbusterkino, dass sich von Plotpoint zu Plotpoint hangelt. Ohne Überraschung und Tiefpunkt. Leider auch ohne zu fesseln, letztendlich ist es dem Zuschauer egal wie die Geschichte ausgeht. Der Zuschauer fiebert nur bei den visuell herrlichen Actionszenen mit und das ist den optischen Spielereien zu verdanken. Außerdem ist der Film überraschend brutal gehalten, dadurch hat er einige überraschende realistische Einstellungen bei den Kampfszenen.

Der Schauspieler Sharlto Copley (Hauptdarsteller von „District 9“)  hat die einprägsamsten Szenen und stiehlt den großen Schauspielern die Show. Er spielt einen psychopathischen, illegalen Geheimagent, der dauernd seine Gegner übel beschimpft, brutal ist und ein riesiges Ego besitzt. Matt Damon und Jodie Foster spielen sicherlich nicht schlecht, leider gibt ihnen das Drehbuch, aber keine Chance von ihrem schauspielerischen Können Gebrauch zu machen. Überraschend mies ist die Musik vom Neuling Ryan Amon, sie ist wie der ganze Film einfach belanglos und teilweise wahnsinnig fehl am Platze vom Timing her.

Insgesamt lohnt sich der Film aufgrund der frischen Science – Fiction Optik, des Charakters von Sharlto Copley und der interessanten Actionszenen. Der Film macht Spaß für einen netten Kinoabend, ist aber auch wieder schnell vergessen und vom großen Mitfiebern kann hier nicht die Rede sein. Schon gar nicht ein ähnlich guter Film wie „District 9“.

„Das ist das Ende“

„Das ist das Ende“ gelingt etwas wirklich famoses, der Film schafft den Spagat zwischen flachen Wichswitzen bis hin zu cleveren Wortduellen, komischerweise zündet nahezu jeder Gag. Das funktioniert so gut, weil die Schauspielerriege so gut gewählt ist, die Schauspieler spielen sich selbst. Besonders James Franco („127 Hours“), Michael Cera („Juno“) und Seth Rogen („Moneyball“)  brillieren, und zeigen wie selbstironisch sie ihre eigenen Klischees in ein pures Gagfeuerwerk verwandelt. Dabei werden alle Register gezogen und selbst  Grenzen übertreten, die teilweise einen gewissen Realismusgehalt besitzt z.B. die Frage, was ist eigentlich Etikette, wenn bei einer Apokalypse eine Frau sich mit 6 Männern ein Haus teilt. Diese Frage durch einen wundervolle Dialog beantwortet, der so verrückt wie auch witzig ist. Denn im Grunde wird im Denkmantel des Humors  gezeigt, wie schlecht Menschen ihren niedrigen Instinkten verfallen, wenn es zum Notstand kommt.

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Einzig der Mittelteil streckt sich etwas und hätte gut und gerne um 5 bis 10 Minuten gekürzt werden können. Was übrigens sehr überraschend bei der Komödie ist, welche tollen Effekte hier geliefert werden. Sie werden aus einem praktischen Grund geliefert, um das Szenario authentisch zu halten und das hält „Das ist das Ende“ voll ein. Außerdem ist die musikalische Untermalung  super, meist durch kultige Pop- und Rockklassiker der letzten 30 Jahre.

Diese Komödie macht so viel Spaß wie es Kinofilme selten machen können. In meiner Vorstellung hat das Kinopublikum an den richtigen Stellen gelacht, aber nicht nur gelacht, sondern der Saal tobte regelrecht voller Freude und Spaß am Film. Für jede war etwas dabei. Als am Ende einer meiner persönlichen Lieblingssongs der Neunziger Jahre in den Pophimmel erhoben wird, war es völlig um mich geschehen. Der ganze Kinosaal sang mit. Der Film hat das Zeug dazu, noch Jahre nachdem Release wundervolle, lockere Filmabende zu begeistern.

„Only God Forgives“

Der Regisseur Nicolas Winding Refn („Drive“) setzt nicht nur den Weg mit seiner minimalistischen Inszenierung und Charaktere fort, sondern treibt diesen Stil des, so will ich es nennen, Hyperfilm weiter fort. Ein Hyperfilm setzt fort wiegend auf Elemente der bewegten Bildern und atmosphärischen Sounds und streicht alle unnötigen Teile wie z.B. Dialoge oder zahlreiche Schnitte. In „Only God Forgives“ bekommen wir eine simple Rachehandlung geboten, diese wird jedoch nicht spannend oder mitfühlend erzählt. Ganz im Gegenteil, die Handlung wird reduziert auf das Nötigste, ebenso die Charaktere, sie sind nur noch bloße Hüllen ohne Inhalt. Sie haben keine Persönlichkeit oder bestimmte Charaktermerkmale.

Ein gutes Beispiel des Hyperfilms ist folgende Szene: Es werden 3 Herren engagiert den Bösen zu töten. Normalerweise würden wir das Briefing sehen mit verschiedenen Schnitten und einen Dialog hören oder sehen, wie die 3 Herren den Auftrag erhalten. Bei der Form des Hyperfilms sehen wir 3 uns fremde Personen Jacken anziehen, die Musik setzt mit bedrohlicher Spannung ein, SCHNITT, wir sehen die 3 Personen Waffen einpacken und mit dem Motorrad zum Ziel fahren.  Durch Musik und Kameraeinstellungen bekommen wir ein Gefühl, wer diese Personen sind, denn die Kleidung oder Personen zeigen uns nicht, welcher Partei sie angehören. Refn subtrahiert alles unnötige und belässt nur das Nötigste.

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Wie unsere Moralvorstellung ad absurdum geführt wird, zeigt die Figur des Bösewichten Chang, er ist ein Cop und wird von einer Ruhe und Gerechtigkeitssinn geleitet, die so radikal wie der Film selbst ist. Das ist recht ungewohnt für unsere Sehgewohnheit und bringt eine neue Dimension auf die Leinwand. Refn widmet nicht ohne Grund den Film dem surreallen Filmemacher Alejandro Jodorowsky („El Topo“), denn „Only God Forgives“ ist durch die eben besprochene Befreiung der Moralvorstellungen absolut surreal.

Als dramaturgischer Film scheitert „Only God Forgives“ auf ganzer Linie, denn wir können als Zuschauer nicht mit den Figuren fühlen oder Spannung in der Handlung spüren. Diesen Anspruch hat der Film auch gar nicht.

Hervorzuheben ist das Sounddesign bzw. Soundtrack des Filmes, der Film erhält seine Stimmung in vielen Szenen allein durch die exzellente Musik von Cliff Martinez. Wir kennen den Charakter nicht, der gerade auftaucht nicht und sie redet kein Wort, doch durch die Musik wissen wir: „Ok, das ist ein böser Charakter.“. Dieses Element der Charakterisierung wird in dem Film auf die Spitze getrieben wie ich es sonst nur in Stummfilmen gesehen habe. Ebenfalls stark ist die Kameraarbeit, Refn stilisiert auf dem gleichen Level wie auf „Drive“, aber wird teilweise sogar noch abstrakter durch Schatten- oder Farbenspiele. Häufig wird der Fokus des Bildes im Goldenen Schnitt oder puren zentrieren Raum gesetzt, dadurch erhaltet die Ästhetik des Bildes eine Perfektion, die man selten in filmischen Arbeiten sieht.

„Only God Forgives“ erinnert in seinen stärksten Momenten an David Lynchs „Blue Velvet“ mit einer minimalistischen Inszenierung. Ebenfalls erinnert die entschleunigte Erzählweise an Kubricks „2001 – Odyssee im Weltraum“ oder Hitchcocks „Marnie“.

Der finale Kampf zwischen Ryan Goslings Julian und dem Bösewichten Chang ist sehr erfrischend inszeniert. Wir haben hier extrem wenige Schnitte und klaren Überblick über beide Kämpfer. Der Ausgang des Kampfes und die Inszenierung ist so realistisch wie ich es selten zuvor in einer Kampfszene sehen konnte. Die Kampfchoreografie ist ebenfalls stark und beeindruckend realitätsnah und ausdrucksstark.

Wer also einen spannendes Rachedrama oder Rachethriller sehen will, ist hier fehl am Platze. Der Film ist purer Arthouse, nein noch viel mehr, er streicht das House und erhebt sich zum Kunstwerk. Dieser Film enttäuscht als spannender Film auf ganzer Linie, doch wie dieser Film das Medium Film an neue Grenzen der Wahrnehmung an uns Zuschauer treibt, ist spannend.

Dieser Film ist nichts für den klassischen Kinogänger, sondern eher für den klassischen Kunstliebhaber, der gerne Spiele mit dem Medium Film anschaut.

Warum ein weiterer Filmblog?

Lieber Leser,

willkommen auf meinen Filmblog.

Hier findest Du meine subjektiven Eindrücke über Filme, meist aktuelle Kinofilme, hin und wieder Klassiker oder Besonderheiten der Vergangenheit. Warum schreibe ich nun diesen Blog? Es gibt doch schon genug Seiten und Blogs mit Filmkritiken.

Als Filmemacher sehe ich Dinge aus einem anderen Blickwinkel als klassische Filmkritiker, deswegen möchte ich gern diese Gedanken teilen.

Mich enttäuschen viele Seiten oder Blogs über Filme so sehr, weil sie eigentlich nur das Presseheft kopieren und einen Einzeiler schreiben und voilá, schon schimpft sich das ganze Filmkritik oder Filmrezension. Mit diesem Zustand bin ich nicht wirklich glücklich. Ich selbst bin großer Filmfan und lese gerne schöne Auseinandersetzungen über einen Film. Mich langweilen Aussagen „Der Film will doch nur unterhalten“ oder „Das ist doch (Füge Genre ein) Film, dann muss das so sein.“, denn solche platte Attitüden haben nichts mit einer Reflexion zu tun, warum ein Film Spaß macht oder absoluter Mist ist. Und was wären wir ohne Filme, die uns nicht überraschen und die Genrekonventionen brechen?

Außerdem ist nicht nur das Seherlebnis während des Filmes, sondern auch die Diskussion und Meinungsbildung über einen bestimmten Film doch genauso so spannend. Für mich als Filmfan gehört es einfach dazu.

Meine äußerst subjektive  Meinung sehe ich nicht als Allgemeingültigkeit an, also schreibt mir in die Kommentare gerne rein, wenn ihr etwas anderes denkt. Aber Vorsicht, ich habe meist gute Argumente.

Viel Spaß beim Lesen,

Patrick Suite